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Noch 10 Tage, bis 21. Mai 2018 in den Deichtorhallen Hamburg: gute aussichten DELUXE heute mit Sonja Kälberer & Sara-Lena Maierhofer

Samstag, 12. Mai 2018

Bis Montag 21. Mai 2018 ist die Ausstellung gute aussichten DELUXE – junge deutsche Fotografie nach der Düsseldorfer Schule // new german Photography beyond the Duesseldorf School noch in den Deichtorhallen Hamburg zu Gast. Zu sehen sind 25 neue, frische fotografische Positionen aus dem Kreis der gute aussichten Preisträger/innen der Jahre 2004-2015.

Wir stellen Ihnen hier täglich ein oder zwei der ausgezeichneten Arbeiten vor und setzen unseren Rundgang durch die Ausstellung im Haus der Photographie Hamburg heute mit Sonja Kälberer und ihrer Arbeit Bel Composto sowie Sara-Lena Maierhofer (Zweite von links) zusammen mit Jordan Theodoridis (links), dem Interpreten ihrer neuen Arbeit The Great, fort.

Bel Composto von Sonja Kälberer beginnt in der gute aussichten DELUXE Ausstellung in den Deichtorhallen Hamburg bei Katrin Kamraus Arbeit Spektrum*objekt18(portrait)II und spielt, gekonnt inszeniert, in Alwin Lays Werke, Sara-Lena Maierhofers Zyklus The Great und Markus Uhrs Reihe The B-Sides hinein.

Dabei zeigt die Ausstellung in den Deichtorhallen lediglich 3 Bilder aus der umfänglichen Bel Composto Serie. Vielleicht rührt dies daher, da in Sonja Kälberers Arbeit alles seinen Anfang in einem Raum nimmt. Einem Raum, der sich allmählich wandelt in einen Ort der Zeichen, die in ihrer Deutung offen sind, fließend, flüchtend. Sie schälen sich aus dem Dunkel des Raumes, als Ausdruck wie als konkrete Form, aus den unerschöpflichen Variationen von Materie, Farbigkeit und Licht. Schicht für Schicht trägt die Künstlerin in den Raum hinein.

So erwächst der rohen, unmittelbaren Stofflichkeit vielgestaltiger Materialien nach und nach eine organische Gestalt. Sonja Kälberer entlockt Geweben und Texturen eine Form und den Formen die visuelle Präsenz einer aus der Materie aufsteigenden Kraft. Ihr mächtigster Gehilfe bei diesem Unterfangen ist das Licht. Es ist das Licht Caravaggios (1571- 1610), dessen „chiaroscuro“ das malerische Schaffen des Barock durchflutete. Erst das Licht lässt Kälberers bühnenhafte Illusionslandschaften körperhaft aus den umliegenden Schatten treten. Dem kraftvollen Gegeneinander von Hell und Dunkel entspringen Dynamik, Plastizität und Tiefe. Und erst die Anwesenheit dieses Lichts konstituiert wahrhaftigen wie narrativen Raum. Ganz am Ende bannt die Kamera den Raum ins Bild – Bel Composto.

In Sara-Lena Maierhofers Serie The Great erschafft ein Mann aus dem Nichts ein Imperium. Er beginnt als Sänger auf einem Kreuzfahrtschiff, arbeitet als Staubsaugervertreter. Er begreift den feinen Unterschied zwischen Wahrheit und Wirklichkeit. Er lernt, die Wünsche der Menschen mit Worten zu erfüllen. Aus dem Nichts errichtet er Häuser, Städte. Seine Imagination ist ansteckend und lockt Investoren.

Er gründet einen Fernsehsender, mehr Menschen sollen teilhaben an seiner Welt. Die Bilder seiner Kanäle und Filme, die Botschaften seiner Magazine, Zeitungen und Werbeagenturen: Er verbreitet, druckt und verkauft seine Version der Wirklichkeit, jeden Tag. Aus Kalkül entscheidet er sich für die politische Bühne, gründet eine Partei. Er verkörpert den Einbruch der Moderne in die Politik, den Aufritt eines „neuen Menschen“, aus Politakteur wird Polit-Actor. Image statt Inhalt, Emotion statt Programm.

Seine Wähler sind sein Publikum. Er verführt das Land mit Versprechen. Everybody can be rich, everybody can be beautiful. Er wird Präsident. Er kontrolliert das private und staatliche Fernsehen und lässt einen künstlichenVulkan in seinem Garten errichten. Die Ausbrüche kontrolliert er per Fernbedienung. Seine Bilder, sein Geld sind allmächtig. Er existiert in einer anderen Welt, außerhalb von moralischen Geboten und physikalischen Gesetzen. Er beherrscht die Gegenwart, die er nach seinen Wünschen formt. Es muss ihm selbst wie ein Traum vorkommen, sein Leben. Berlusconi’s Dream.

The Great, hier interpriert von dem Galeristen Jordan Theodoridis (links) während Sara-Lena Maierhofer (Zweite von links) und Gäste Der langen Nacht der Fotografie am 25. Januar 2018 in den Deichtorhallen Hamburg gespannt lauschen, betrachtet den Wirklichkeitsverlust eines Politikers. Eine Bilder-Parabel von Macht und Hybris, Politik und Lüge. Berlusconis Geschichte als düsteres Heldenepos: Nicht mehr Mensch, doch der Platz bei den Göttern wird ihm verwehrt.

Und hier, nach so viel göttlichem Wahn- und Hochsinn, der Mann, der’s einfach möglich machte, vor einer Arbeit von Marian Luft in der gute aussichten DELUXE Ausstellung: Ingo Taubhorn, Kurator am Haus der Photographie, Deichtorhallen Hamburg begleitet gute aussichten seit der Gründung im Jahr 2004 und schreckte nicht vor der Vorstellung zurück, 25 neue Positionen der Preisträger/innen in der Halle zu präsentieren. Ein herzliches Danke Schön! an Dich, lieber Ingo!

Mehr über gute aussichten DELUXE, die Arbeiten und die Fotograf/inn/en finden Sie im gleichnamigen Magazin. Das 180 Seiten und 241 Abbildungen umfassende, grossformatige (200 cm x 280 cm), 875 Gramm schwere, durchgehend vierfarbige gute aussichten DELUXE Magazin (Deutsch/Englisch, gebunden, Softcover) wurde von Mario Lombardo und seinem Team vorzüglich gestaltet. Jede Ausgabe des Magazins ist einzeln nummeriert, die Auflage streng limitiert und das alles zum Preis von 10,- Euro pro Exemplar.
Das gute aussichten DELUXE Magazin (ISBN 978-3-9819355-1-6), herausgegeben von Stefan Becht und Josefine Raab, erhalten Sie exklusiv in der Buchhandlung im Haus der Photographie, Deichtorhallen Hamburg, bei der Fachbuchhandlung Sautter + Lackmann, Hamburg oder direkt bei uns: info@guteaussichten.org

Noch 19 Tage, bis 21. Mai 2018 in den Deichtorhallen Hamburg: gute aussichten DELUXE heute mit Jewgeni Roppel und Georg Brückmann

Donnerstag, 3. Mai 2018

Bis Montag 21. Mai 2018 ist die Ausstellung gute aussichten DELUXE – junge deutsche Fotografie nach der Düsseldorfer Schule // new german Photography beyond the Duesseldorf School noch in den Deichtorhallen Hamburg zu Gast. Zu sehen sind 25 neue, frische fotografische Positionen aus dem Kreis der gute aussichten Preisträger/innen der Jahre 2004-2015.

Wir stellen Ihnen täglich ein oder zwei der ausgezeichneten Arbeiten hier vor und setzen unseren Rundgang durch die Ausstellung im Haus der Photographie Hamburg heute mit Jewgeni Roppel und Georg Brückmann fort.

Seit dem 12. Jahrhundert ranken sich um den See Svetloyar, der in Russland im nördlichen Sibirien liegt, Mythen und Legenden. Der Sage nach ist in diesem See die Stadt Kitezh bei einem Angriff der Mongolen versunken und ruht seither auf dem Grunde des Gewässers. Der Mythos erzählt auch, dass nur jene, die rein im Herzen und der Seele sind, den Weg nach Kitzeh finden werden. Bis heute bietet “das russische Atlanis”, wie Kitzeh auch genannt wird, Anlass, über die angeblich magischen Kräfte, die sich bisweilen im Läuten von Glocken oder dem Erscheinen von Lichtspielen manifestieren zu spekulieren.

Jewgeni Roppels Bilder in seiner Serie Svetloyar folgen dem besonderen Licht an diesem Ort und bannen die Aura, das nicht rational Erfassbare, das spirituelle Moment dieser Umgebung in magisch erscheinende und durchleuchtete Bilder.

Jewgeni Roppel (dritter von links, mit gelber Mütze) und die Interpretin seiner Arbeit, die Journalistin Carla Erdmann (fünfte von links, mit Brille) während der Langen Nacht der Fotografie und der Eröffnung der Ausstellung von gute aussichten DELUXE am 25. Januar 2018 in den Deichtorhallen Hamburg.

Direkt gegenüber von Svetloyar eröffnet Georg Brückmann mit seiner Arbeit Kundmanngasse 19 einen Raum ganz anderer Art. Im Jahr 1925 beauftragte Margarethe Stonborough-Wittgenstein den Architekten Paul Engelmann mit dem Bau einer repräsentativen Stadtvilla in Wien, an deren Planung ihr Bruder, der Philosoph Ludwig Wittgenstein (1889-1951) maßgeblich beteiligt war.

Wenn laut Wittgenstein „im Wort ein Abbild der Wirklichkeit erschaffen wird“ kann das Palais in der Kundmanngasse 19 als „hausgewordenes“ Abbild seiner philosophischen Denkweise gelten.

Georg Brückmann entwickelt in seiner Serie aus Innen- und Außenansichten des Palais’ eine Bildwerdung Wittgenstein’scher Prägung und erweckt en passant mit visueller Eloquenz den grossbürgerlichen, intellektuell eigenwilligen Geist seiner Erbauer und Bewohner zu neuem Leben.

Mehr über gute aussichten DELUXE, die Arbeiten und die Fotograf/inn/en finden Sie im gleichnamigen Magazin. Das 180 Seiten und 241 Abbildungen umfassende, grossformatige (200 cm x 280 cm), 875 Gramm schwere, durchgehend vierfarbige gute aussichten DELUXE Magazin (Deutsch/Englisch, gebunden, Softcover) wurde von Mario Lombardo und seinem Team vorzüglich gestaltet. Jede Ausgabe des Magazins ist einzeln nummeriert, die Auflage streng limitiert und das alles zum Preis von 10,- Euro pro Exemplar.
Das gute aussichten DELUXE Magazin (ISBN 978-3-9819355-1-6), herausgegeben von Stefan Becht und Josefine Raab, erhalten Sie exklusiv in der Buchhandlung im Haus der Photographie, Deichtorhallen Hamburg, bei der Fachbuchhandlung Sautter + Lackmann, Hamburg oder direkt bei uns: info@guteaussichten.org