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Die 9 Juroren von gute aussichten...
...2018/2019 & die 9 Preisträger/innen
Ausstellungskarte für Dresden mit einem Motiv von Lorraine Hellwig
Laila Kalettas fotografisches Epos "A Dead Flower Never Will Bloom"
Patrick Knuchles "Konkrete Idee"
Unikate Lichtbilder: "Konstruktion Raum" von Benjamin Kummer
Steve Luxembourgs Film "Der Schatten"
Sina Niemeyer mixt Film, Bild und Ton in "Für mich - A Way of Reconciliation"
Malte Sänger offenbart uns "Abdrücke"
Pixelspiel: Robert ter Horsts "Playtime"
Die ganze, wilde Freiheut der Jugend: Anna Tiessens "Kommando Korn"
gute aussichten 2018/2019 Katalog

Im 15. Jahr von gute aussichten wählte die Jury neun Arbeiten aus, die der wendende Punkt verbindet

gute aussichten – junge deutsche fotografie // - new german photography 2018/2019 – die neun Preisträger/innen und ihre ausgezeichnete Arbeiten, die der wendende Punkt, der mit Anfang schließt und mit Ende beginnt, verbindet

Es ist das sehnsuchtsvolle wie selbstverständliche Privileg der Jugend, alte Mauern einzureißen und Felder neu zu bestellen. Und doch bläst dem Wind der Erneuerung stets die Trägheit der Masse entgegen, die sich eingerichtet hat, in dem, wie es ist. Murrend zwar, aber doch häufig wenig willens anzuerkennen, dass Kontinuität nur zu einem Teil Stabilität beinhaltet. Geraten die Gewichtungen aus der Balance, so führt der ausschließliche Wunsch nach Bewahrung zu einer kulturellen, politischen, ökonomischen und sozialen Vergreisung einer Gesellschaft.

 

Was sich einmal etabliert hat, lässt sich jedoch schwer wieder aus der Welt schaffen – das gilt für jedwede Struktur, sei sie geistiger oder physikalischer Natur. So ist es äußerst erfrischend, wenn die neun Preisträger/Innen von gute aussichten – junge deutsche fotografie // - new german photography 2018/2019 allesamt frischen Wind in ein Feld hineintragen, dessen bildgestalterische Möglichkeiten aller Kassandrarufe zum Trotz offensichtlich bei weitem noch nicht ausgeschöpft sind.

 

Ist die Überwindung des Alten ebenso schwierig wie die Schaffung des Neuen, so wagen die diesjährigen Preisträger/Innen bei aller Diversität an Themen und künstlerischen Sprachen eines ganz gewiß: den wendenden Punkt, der mit Anfang oft schließt und mit Ende beginnt.

 

Die Einreichungen & die Jury

98 gültige Einreichungen aus 40 Institutionen erreichten uns für den Wettbewerb gute aussichten – junge deutsche fotografie // - new german photography 2018/2019. An der Jurysitzung, die im Domizil von gute aussichten in Neustadt/Weinstraße stattfand, nahmen teil: Stefan Becht (Neustadt/W.), freier Journalist und Mitbegründer von gute aussichten, Elger Esser (Düsseldorf), international renommierter Künstler und Fotograf, Katrin Kamrau (Deutschland & Belgien), Künstlerin, Fotografin und gute aussichten 2010/2011 Preisträgerin, Hedi Lusser (Hamburg), Bildchefin des Magazins ZEIT Campus, Stefan Ostermeier (Hamburg), Bildchef des Magazins brand eins, Josefine Raab (Neustadt/W.), Kunsthistorikerin und Gründerin von gute aussichten, Amélie Schneider (Hamburg), Bildliebhaberin und -Redakteurin, Gerhard Steidl (Göttingen), (Fotobuch-) Verleger des Steidl Verlages sowie Ingo Taubhorn, Kurator am Haus der Photographie, Deichtorhallen Hamburg.

 

Am Ende des langen Sichtungstages wurden neun Arbeiten und Preisträger/innen ausgewählt. Wir bedanken uns an dieser Stelle sehr herzlich bei allen beteiligten Hochschulen, Einreichern und Professoren sowie den Jurymitgliedern für ihre Teilnahme, ihr Engagement und ihre tatkräftige Unterstützung.

 

Die Preisträger/innen & ihre ausgezeichneten Arbeiten

Die neun Preisträger/innen von gute aussichten 2018/2019 und ihre Arbeiten, wie immer, einfach nach ABC geordnet:

 

Lorraine Hellwig // Y A MANIFESTO // Hochschule München
Bis es richtig weh tut: Y A MANIFESTO von Lorraine Hellwig zelebriert das Verloren-Sein in einer Zeit, in der alles möglich scheint – die Suche nach dem Sinn, das Zuviel-Wollen und Gar-Nichts-Mehr-Brauchen und das eigene Gefängnis im rasenden Stillstand unserer Zeit.


Laila Kaletta // A Dead Flower Will Never Bloom // Lette-Verein, Berlin
(K)Ein Märchen: Die fotografierende Unsterblichkeitsforscherin Laila Kaletta reist nach Japan und trifft für A Dead Flower Will Never Bloom die ewig lebende Qualle Turritopsis dohrnii und ihren Hüter, den Wissenschaftler "Mr. Immortal Jellyfish".

 

Patrick Knuchel // Die "Konkrete" Idee // Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
Ganz konkret abstrakt: Patrick Knuchels "Konkrete" Idee" umkreist die Fragen: Was ist ein Bild und wie kann ich das fotografische Bild erweitern? So sind seine Werke nicht Abbilder sondern wunderbare Konstruktionen einer abstrakten Idee, die der Betrachter nicht übersetzen aber doch vervollständigen kann.

 

Benjamin Kummer // Konstruktion Raum // Neue Schule für Fotografie, Berlin
Was ist was? - das ist hier die Frage: Kreis oder Kugel, Pyramide und Würfel sind die Protagonisten für Benjamin Kummers Konstruktion Raum. Mit Schablonen und Fotonegativen untersucht er im Schwarz-Weiß-Labor die Räumlichkeit des fotografischen Bildes und entlockt seinen Anordnungen unikate Lichtbilder aus fantastischen Formationen.

 

Steve Luxembourg  // Der Schatten // Hochschule für Bildende Künste Braunschweig
Wer hat keine Angst vorm Schwarzen Mann? Steve Luxembourgs Film Der Schatten behandelt die Symbolik des Rosenkranzes, der katholischen Gebetskette und inszeniert in ruhigen, beinahe meditativen Aufnahmen, untermalt mit aus der Natur stammenden Tönen und Geräuschen, Grundängste unseres Daseins: Verlust und Verfolgtwerden.

 

Sina Niemeyer // Für mich – A Way of Reconciliation // Hochschule Hannover
Die Geschichte einer Kämpferin: In Für mich – A Way of Reconciliation berichtet Sina Niemyer von dem sexuellen Missbrauch, den sie in ihrer Kindheit erleben musste. Metaphorische Film-, Bild- und Textebenen führen durch die komplexe und diffizile Gefühlswelt eines solchen Traumas und rücken ein marginalisiertes, aber weit verbreitetes Thema in unseren Fokus.

 

Malte Sänger // Abdrücke, Hochschule für Gestaltung // Offenbach/Main
Hier und doch nicht mehr da: Malte Sänger verwandelt die auf Social Media Kanälen gepostete Handyfotos von Migranten mithilfe der dazugehörigen Metadaten in reale Orte auf Satellitenbildern – Abdrücke. Denen gegenüber stellt er die geposteten Fotos der Flüchtenden, versehen mit den echten Metadaten und fiktiven Geschichten.

 

Robert ter Horst // Playtime // Fachhochschule Bielefeld
Aus Punkten werden Pixel – ein ganzer Film in einem Bild: In Playtime untersucht Robert ter Horst Film- und Bildmaterial mit speziellen, digitalen Rechenprogrammen, die auf der kleinsten Ebene des Mediums, dem Pixel, arbeiten. Derart entstehen Zeitraffer-Bilder aus Filmen und im Umkehrschritt ein Video aus den Tonwerten einer Fotografie.

 

Anna Tiessen // Kommando Korn // Ostkreuzschule Berlin
Sturm und Drang aus der Provinz: Anna Tiessen erzählt in ihrer Serie Kommando Korn die Geschichte einer Dorfclique aus angehenden Jungbauern und Schraubern in Schleswig-Holstein. Ihre Bilder sprechen von ungestümer Freiheit und Jungsein, von Freundschaft und Rausch, von harter Arbeit, steifen Brisen und dem Verlangen nach Zugehörigkeit. Laut, sehr laaaaaaut und manchmal leise.

 

Summa summarum präsentiert gute aussichten – junge deutsche fotografie // - new german photography 2018/2019 damit 229 Motive, darunter 39 unikate Belichtungen, 7 Fotogramme, 3 Siebdrucke und 2 Risografien, sowie 4 Videos, 2 Künstlermagazine, 1 Kurzfilm, 1 Buch und 1 Diaprojektion.

 

Im 15. Jahr seines Bestehens zeigt gute aussichten 2018/2019 somit eine inhaltliche, ästhetische und mediale Bandbreite, wie sie die jungen Fotograf/inn/en in Deutschland hervorbringen. Ein überraschendes Spektrum vielfältiger Ideen, fotografischer Strategien und formaler wie medialer Umsetzungen, die den aktuellen Status Quo der jungen Fotografie widerspiegeln.

 

Weitere Informationen über die Preisträger/innen und ihre Werke finden Sie asap in unserem feinen Katalog und auf der Website unter ARBEITEN?? ----> Top neun.

 

Der Katalog

Zu gute aussichten – junge deutsche fotografie // - new german photography 2018/2019 erscheint Anfang Dezember 2018 der gleichnamige Katalog (Deutsch/Englisch). Er stellt die neun Preisträger und ihre Arbeiten ausführlich in Wort und Bild vor, wurde – wie immer – wunderbar gestaltet und in die richtige Form gebracht von Pixelgarten. Herausgegeben von Stefan Becht & Josefine Raab ist der Katalog ab Anfang Dezember 2018 in allen Ausstellungshäusern, jeder Buchhandlung oder direkt über uns, hier info(at)guteaussichten.org erhältlich: 224 Seiten, über 350 Abbildungen, praktisches Readerformat 16,5 cm x 24 cm, gebunden, broschiert, Softcover, 20,- Euro, ISBN 978-3-981935-52-3. Mehr zum Katalog, aspa.

 

Die ersten Ausstellungen & Termine

Die Auftakt-Ausstellung von gute aussichten – junge deutsche fotografie // new german photography 2018/2019 eröffnet am Freitag, dem 7. Dezember 2018 um 19 Uhr i den Technischen Sammlungen Dresden (Junghansstr. 1-3, D-01277 Dresden, Telefon/Phone +49 (0) 351 488 7272, www.tsd.de). Die Ausstellung ist bis Sonntag 17. März 2019 zu Gast in den Technischen Sammlungen Dresden. Hier und am Ende dieser Seite steht Ihnen die Einladungskarte als PDF zur Verfügung.

 

Anschließend führt uns der Ausstellungszyklus von gute aussichten 2018/2019 nach: Koblenz, Hamburg, Mexico City, ....

 

Die weiteren Ausstellungsstationen und alle aktuellen Termine finden Sie asap auf unserer Website unter AUSSTELLUNGEN und auf dem gute aussichten Blog

 

Eine Auswahl druckfähiger Fotografien der gute aussichten 2018/2019 Arbeiten und der diesjährigen Jury-Mitglieder und der Preisträger steht Ihnen im PRESSEKIT zur Verfügung.