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gute aussichten 2019/2020 ab 21.11.19 im NRW-Forum Düsseldorf
Josefine Raab von der Künstlerin Louise te Poele ins Bild gesetzt, ...
... hier vor Luise Schröders Kamera, die von Ingo Taubhorn fotografiert wird ...
... und dieses schöne Portrait von Louise te Poele gezaubert hat
Louise fotografiert, Amélie Schneider, Luise Schröder, Wibke von Boinin, Magnus Pölcher beobachten (v.l.)
Woman in White & in Red: Louise te Poele & Josefine Raab (r.)
Die gute aussichten 2019/2020 Jury
Die gute aussichten 2019/2020 Preisträger*innen
gute aussichten 2019/2020 & GA GRANT III eröffnet am Donnerstag 21.11.19 um 19 Uhr im NRW-Forum Düsseldorf

Im 16. Jahr von gute aussichten wählte die Jury neun Arbeiten aus, die Krieg und Frieden verbindet

gute aussichten – junge deutsche fotografie // - new german photography 2019/2020 – die neun Preisträger/innen und ihre ausgezeichnete Arbeiten, die das Thema Krieg und Frieden in Zeiten gloabler Desinformation verbindet

Im 16. Jahr von gute aussichten wählte die Jury aus 82 gültigen Einreichungen von 36 Hochschulen neun Preisträger*innen aus: Krieg und Frieden in Zeiten globaler Desinformation ist der rote Faden – der nicht vorgegeben oder gesucht wurde – aber sich entpuppte und die Werke der Preisträger*innen miteinander verknüpft.

 

Wie hoch schätzen wir den Wahrheitsgehalt von Fotografien und Informationen ein? Welchen Nachrichten, Kanälen, Printmedien, Sendern, schenken wir Glauben und Gehör? Wie auch immer wir diese Fragen für uns einschätzen und beantworten, alleine, dass wir sie (zunehmend) stellen (müssen), deutet auf die inflationären Tendenzen im globalen Handel mit Informationen und Wissen hin. Fake-News, Fake-Identities sind bereits eine Binsenweisheit.

 

Das Geschäft mit Informationen ist an sich nichts Neues – beunruhigend jedoch, wie mühelos Manipulationen gelingen und wie rasend schnell ganze Nationen davon infiziert werden. Globale Digitalität sorgt binnen von Sekunden für virale Verbreitung. Nachrichten können gar nicht so rasch als wahr oder unwahr klassifiziert werden wie sie um den Globus gehen. Wahrheit oder Lüge spielen in einem postfaktischen Zeitalter anscheinend kaum mehr eine Rolle.

 

Kein Wunder also, dass die gute aussichten Preisträger*innen 2019/2020 als Vertreter*innen einer Generation von „digital natives“ sich die visuelle Kultur ihrer Zeit zum Thema machen. Ohne dass die Jury das Thema gesucht oder vorgegeben hätte, entspann sich Krieg und Frieden in Zeiten globaler Desinformation als jener rote Faden, der die Werke der aktuellen Preisträger*innen miteinander verknüpft.

 

Die Einreichungen & die Jury

82 gültige Einreichungen aus 36 Institutionen erreichten uns für den Wettbewerb gute aussichten – junge deutsche fotografie // - new german photography 2019/2020. In diesem Jahr bestand die Jury, Ladies first, aus: Josefine Raab, der Initiatorin von gute aussichten, Kunstwissenschaftlerin und Kuratorin (Neustadt/W.), Dr. Wibke von Bonin, Kunsthistorikerin und Kulturjournalistin (Köln), Luise Schröder, Künstlerin, Fotografin und gute aussichten Preisträgerin 2011/2012 (Paris, Potsdam), der Bildliebhaberin und Bildchefin der ZEIT Amélie Schneider (Hamburg), Stefan Becht, freier Journalist und Mitbegründer von gute aussichten sowie Ingo Taubhorn, Kurator am Haus der Photographie, Deichtorhallen Hamburg. Die künstlerische Position in der Jury wurde von der niederländischen Fotografin und Künstlerin Louise te Poele wahrgenommen. Sie gehört zu einer neuen, digital wie international tätigen Generation von Fotograf*innen, die sich zur Schaffung ihrer ebenso eigenständigen wie faszinierenden Bilder aller medialer und technischer Mittel bedient.

 

Die gute aussichten 2019/2020 Preisträger/innen, ihre ausgezeichneten Arbeiten & der GA GRANT III

 

Lukas van Bentum (Fachhochschule Bielefeld), Ricarda Fallenbacher (Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg), Lisa Hoffmann (Muthesius Kunsthochschule Kiel), Juliane Jaschnow (Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig), Johannes Kuczera (Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg), Larissa Rosa Lackner (Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig), Marco Mehringer (Bauhaus Universität Weimar), Markus Seibel (Hochschule Darmstadt) und Victoria Vogel (Fachhochschule Bielefeld).

Das zum dritten Mal – dank der Unterstützung von OLYMPUS – vergebene Projekt- und Arbeitsstipendium, den gute aussichten GRANT gewann in diesem Jahr Malte Sänger (gute aussichten Preisträger 2018/2019) und konnte damit seine neue Arbeit DAEMON realisieren.

 

Lukas van Bentum und Juliane Jaschnow untersuchen Zusammenhänge zwischen Geschichte, Geschichtskonstruktion, nationaler Identität und politischer Macht. Lukas van Bentum nimmt für Identity Negotiation eine junge Generation in Kaliningrad, dem ehemaligen preußischen Königsberg, in den Fokus, deren Identitätsentwicklung zwischen russischen, den ehemals deutschen und den europäischen Einflüssen verhandelt wird. Im Zentrum von Juliane Jaschnows Film Rekapitulieren steht das kulissenhafte Nachspielen des sowjetischen Sturms auf den Berliner Reichstag 1945, der als identitätsstiftendes Moment einer Nation zelebriert wird.

Lisa Hoffmann und Marco Mehringer konstruieren und erschaffen Bilder, die eine andere Perspektive auf kriegerische Ereignisse und Naturkatastrophen wagen. Für ihren Atlas der Essenz schichtet Hoffmann bis zu hundert fotografische Aufnahmen frei zugänglicher Quellen übereinander. Die fertigen Tableaus, die an historische Schlachtenbilder erinnern, bieten uns jenseits ihrer Ästhetik komplexe Binnenstrukturen, die mehr erahnen lassen, als sie offenbaren. Und schaffen so faszinierende Gegenbildern zu den üblichen Mainstream Kriegs-Fotografien. Mehringer arbeitete für Schusslicht Sarajewo in der Ruine der berüchtigten „Pansion Osmice“. Über der Stadt Sarajevo gelegen, diente das ehemalige Hotel im Bosnienkrieg (dem bewaffneten Konflikt zwischen serbischen und kroatischen Bosniern, der 1992 begann) den bosnischen Serben als Stützpunkt, von dem aus sie die Stadt 1425 Tage lang unter Dauerbeschuss hielten. Ausgerüstet mit einer improvisierten Lochkamera und einem Behelfslabor, in dem er seine Aufnahmen in situ entwickelte, „schoss“ Mehringer Bilder durch eben jene Löcher, die durch die zermürbenden Gefechte das Gebäude durchsiebt hatten.

Markus Seibel verfolgt seit 2012 in Europas Herbst aus allernächster Nähe die Anstrengungen, Gefahren, das Gelingen und Misslingen von Migranten, die die „Festung Europa“, so Markus Seibel, zu erreichen versuchen.
Ricarda Fallenbacher entwickelt für Ein Bild von uns – Objektiv betrachtet eine fotografische Versuchsanordnung, in welcher sie das wechselseitige Verhältnis zwischen Fotograf*in und Modell und die Subjekt-Bezogenheit des Bildes auf den Prüfstand stellt.


Johannes Kuczera befragt in Distributor ironisch und humorvoll die Macht der Bilder, ihrer Verteiler und Verwerter in Kunst, Medien und Werbung, die mittels „Symbolbildern“ einen allgemein gültigen Bilderkanon erschaffen.
In der multimedialen Erzählung Heide zeichnet Larissa Rosa Lackner mit Doku-fiktionalen Strategien die Geschichte der geheimnisvollen Heide Peschke nach. Heides vermeintliche Biografie wirft Schlaglichter auf das gesellschaftliche und politische Leben in der ehemaligen DDR in den 1980er Jahren.


In The Slight Myth richtet Victoria Vogel einen forschenden Blick auf eine Gesellschaft und deren feminines Rollenbild. In Südkorea verkörpern uniformierte Schulmädchen nach Vogels eigenen Worten, die „kulturell begehrte Leichtigkeit und Reinheit“. Noch befremdlicher für westliche Augen als die ikonische Stilisierung von Schulmädchen sind die damit verknüpften Symbole von Katzen und Erdbeermilch.

Malte Sänger, gute aussichten Preisträger 2018/2019, gewann in diesem Jahr den zum dritten Mal vergebenen gute aussichten GRANT, den OLYMPUS ermöglicht. In DAEMON ist Sänger jenen Programmen auf der Spur, die verborgen im Betriebssystem, in jedem Smart-Phone oder Computer unbemerkt Nutzerdaten aufzeichnen, sammeln und an das große „Auge“ weitergeben, von dessen stetiger "Wolke" wir alle umwoben sind.

 

Summa summarum präsentiert gute aussichten – junge deutsche fotografie // new german photography 2019/2020 & GA GRANT III über 270 Motive, 11 Videos, 7 Publikationen, 6 Poster, 5 skulpturale Objekte und 1 Sound Installation.

 

Selten war gute aussichten, im 16. Jahr seines Bestehens, inhaltlich so nah am weltpolitischen Geschehen, den globalen Wirrnissen und den allseits virulenten Themen, wie in diesem Jahr. So zeigen die Arbeiten eine inhaltliche, ästhetische und mediale Bandbreite, wie sie die jungen Fotograf/inn/en in Deutschland hervorbringen. Ein überraschend dichtes Spektrum vielfältiger Ideen, fotografischer Strategien und formaler wie medialer Umsetzungen, die den aktuellen Status Quo der jungen Fotografie widergeben.

 

Weitere Informationen über die Preisträger/innen und ihre Werke finden Sie asap in unserem feinen Katalog und auf der Website unter ARBEITEN ----> Top neun.

 

Der Katalog

Zu gute aussichten – junge deutsche fotografie // - new german photography 2019/2020 wird der gleichnamige Katalog (Deutsch/Englisch) erschienen. Er stellt die neun Preisträger und ihre Arbeiten sowie den GA GRANT III ausführlich in Wort und Bild vor. Der Katalog erscheint am 19.11.2019 und ist dann in allen Ausstellungshäusern oder direkt über uns, hier info(at)guteaussichten.org erhältlich. Limitierte Auflage von 350 Exemplaren, ca. 224 Seiten, ca. 380 Abbildungen, praktisches Readerformat 17 cm x 24 cm, gebunden, broschiert, Softcover, ca. 20,- Euro - first come - first serve!

 

Die erste Ausstellung

Die Auftakt-Ausstellung von gute aussichten – junge deutsche fotografie // new german photography 2019/2020 & GRANT III findet am Donnerstag, 21. November 2019 um 19 Uhr im NRW-Forum Düsseldorf. Kommen Sie vorbei -wir freuen uns! Hier finden Sie weitere Infomationen und die Einladungskarte als PDF.

 

KRIEG UND FRIEDEN im NRW-Forum
Freitag, 22. November 2019, 15 – 21 Uhr
Lesungen/Führung/Slams/Raps/Austausch/Musik
Gemäß Erika Manns Worten vom 1.1.1934 „Beteiligt Euch,“ präsentiert gute aussichten am Freitag, 22. November 2019 von 15 – 21 Uhr in der Ausstellung Bilder, Beiträge, Lesungen von und mit renommierten Autor*innen, Künstler*innen, Journalist*innen und Kunstwissenschaftler*innen zu Krieg und Frieden in Zeiten globaler Desinformation. Ausführliche Information und das aktuelle Programm finden Sie hier.

 

Die weiteren Ausstellungsstationen und alle aktuellen Termine finden Sie asap auf unserer Website unter AUSSTELLUNGEN und auf dem gute aussichten Blog

 

Eine Auswahl druckfähiger Fotografien der gute aussichten 2019/2020 Arbeiten, des GA GRANT III und der diesjährigen Jury steht Ihnen im PRESSEKIT zur Verfügung.