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Die Ausstellung ist bis 1.11.2022 im Landesmuseum Koblenz zu Gast
Assuming Control von Max Dauven
Tamara Eckhardts Serie Youth of the Island Field
18 Diptychen der lichtbildnerischen Forschung stellt Maximilian Gessler vor
The Individual Below von Alexander Kadow
Niewybuch von Natalia Kepesz
Shoes Can Change Your Life, Ask Cinderella von Fiona Körner
Nichts als Solide von Vanessa Opoku
What Has Been Will Be Again, What Has Been Done Will Be Done Again von Zoyeon
Die Preisträger*innen in Dortmund
Der gute aussichten 2021/2022 Katalog

Im 18. Jahr von gute aussichten wählte die Jury acht Arbeiten aus: Fotografie auf der langen Linie der Zeit

gute aussichten – junge deutsche fotografie // - new german photography 2021/2022 – die 8 Preisträger*innen und ihre ausgezeichneten Arbeiten

Im 18. Jahr von gute aussichten wählte die achtköpfige Jury aus 72 gültigen Einreichungen von 31 deutschen Hochschulen acht Preisträger*innen und ihre Werke aus: Fotografie auf der langen Linie der Zeit lässt sich der rote Faden – der nicht vorgegeben oder gesucht wurde – benennen und die 8 Werke der 8 Preisträger*innen miteinander verknüpft.

 

Kinder, die in prekären Verhältnissen aufwachsen (Tamara Eckhardt), Jugendliche, die Krieg spielen und üben (Natalia Kepesz), Bedrohung und Fremdheit in der eigenen Heimat (Vanessa A. Opoku), die Tücken fremder Kulturen (Zoyeon), die (Un-)Kultur der Musterhaus-Parks in Deutschland (Fiona Körner), 18 feinsäuberlich durchdeklinierte Kapitel der Fotografie (Maximilian Gessler), Bilderzeugnisse mittels der Vermählung analoger und digitaler Techniken (Alexander Kadow), die Zähmung der viralen wie volatilen Sprache der Internet-Memes mittels "trojanischer Pferde" (Max Dauven) – die aktuellen Preisträger:innen bewegen sich in ihren Werken entlang eines Zeitstrahls, der gleichermaßen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft umgreift: Fotografie auf der langen Linie der Zeit.

 

In ihren prämierten Werken hantieren die 8 gute aussichten Preisträger:innen 2021/2022 mit Ästhetiken, Stilen und Techniken entlang dieses gedachten Zeitstrahls und veranschaulichen in ihren Projekten ausschnitthaft Stationen der Geschichte der Fotografie. Ihre Arbeiten bekräftigen die außerordentliche Vielfalt, Vitalität und Beweglichkeit des Mediums, in dem Geschichte parallel verläuft. So stehen in großer Selbstverständlichkeit KI-gestützte Werke und transmediale Ansätze neben einer bildnerischen Forschung, die analoge wie digitale Parameter umgreift, dokumentarische Positionen, die auf den Wahrheitsgehalt der Fotografie referieren neben Ikons als kommunikative Schnipsel geboren in der virtuellen Flüchtigkeit des Internets.

 

Die Einreichungen & die Jury

 

72 gültige Einreichungen aus 31 Institutionen erreichten uns für den Wettbewerb gute aussichten – junge deutsche fotografie // - new german photography 2021/2022. In diesem Jahr bestand die Jury, Ladies first, aus: Josefine Raab, der Initiatorin von gute aussichten, Kunstwissenschaftlerin und Kuratorin (Neustadt/W.), Rebecca Sampson, Fotografin und gute aussichten Preisträgerin 2010/2011 (Berlin), der Bildliebhaberin und Bildchefin der ZEIT Amélie Schneider (Hamburg), Frauke Schnoor, Bildchefin des Magazins ZEITCampus, Stefan Becht, freier Journalist und Mitbegründer von gute aussichten sowie Ingo Taubhorn, Kurator am Haus der Photographie, Deichtorhallen Hamburg. Die künstlerische Position in der Jury wurde von der jungen, international tätigen Künstlerin und Malerin Laura Link (Leipzig) wahrgenommen, die die Jury bei ihrer Arbeit äusserst tatkräftig unterstützte.

 

Die 8 gute aussichten 2021/2022 Preisträger*innen und ihre ausgezeichneten Werke

 

Willkommen in den unendlichen Weiten des World Wide Web: Assuming Control von Max Dauven (KHM Kunsthochschule für Medien Köln) ist eine fotografische Auseinandersetzung mit Internet- Memes und zeigt deren Versatzstücke, die, physisch nachgebaut im Studio, neu arrangiert und fotografiert wurden. Selbst die Hängung der Werke ist ein eigenes Meme: Loss.jpg

 

Kindheit und Jugend am Rande der Gesellschaft: Youth of the Island Field von Tamara Eckhardt (OKS Ostkreuzschule für Fotografie Berlin) gibt Einblicke in die Lebenswelt von irischen Kindern, die in einer prekären Gegend, auf einer Flussinsel des Shannon in Limerick (Irland) gelegen, unter schwierigen Verhältnissen aufwachsen.

 

Das Werk 18 Diptychen der lichtbildnerischen Forschung besteht aus achtzehn Bildpaaren, einer Publikation und einer Webseite. Mittels Experimenten hinterfragt Maximilian Gessler (Akademie der Bildenden Künste Nürnberg) die materiellen und technischen Grundlagen der Fotografie. Die zumeist abstrakt anmutenden Bilder erschließen sich den Betrachtenden oft erst durch die Bildtitel und Begleittexte.

 

In The Individual Below stellt Alexander Kadow (HFBK Hochschule für bildende Künste Hamburg) die physischen Spuren von Körperlichkeit in Röntgenfilmen der Immaterialität von KI-generiertem Bildmaterial entgegen und vereint sie zu abstrakten, poetischen Schwarz-Weiß-Kompositionen.

 

Krieg – ein Kinderspiel? In Niewybuch (Blindgänger) dokumentiert Natalia Kepesz (OKS Ostkreuzschule für Fotografie Berlin) die Welt militärischer Camps und Uniform-Klassen, die in Polen in den letzten Jahren einen massiven Zulauf erfuhren. Neben der Vermittlung militärischer Grundlagen werden die Kinder und Jugendlichen spielerisch mit Gehorsam und Patriotismus indoktriniert.

 

Baukästen für Lebensträume: In Shoes Can Change Your Life, Ask Cinderella richtet Fiona Körner (KhK Kunsthochschule Kassel) ihren Blick auf das, was den Geschmack möglichst vieler Menschen treffen soll – die Architektur von Musterhäusern und deren Einrichtung. Die Komplexität unserer Gesellschaft wird dort auf weiße, heteronormative Familien reduziert. Körner lotet die Ambivalenzen dieser Orte aus und hinterfragt gesellschaftliche Abhängigkeiten von Machtstrukturen innerhalb eines ökonomischen Systems.

 

Passagen der Erinnerung: In Nichts als Solide untersucht Vanessa A. Opoku (HGB Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig) Fragen von kultureller Identität und Fremdheit, erkundet den öffentlichen Raum als Frei-Raum und erforscht die Sichtbarmachung marginalisierter Positionen und Narrative mit künstlerischen Mitteln.

 

Reise ins Unbekannte: In What Has Been Will Be Again, What Has Been Done Will Be Done Again gelingt es Zoyeon (HBK Hochschule der Bildenden Künste Braunschweig), ein Gefühl zu erzeugen, das – für sie als Ausländerin – zwischen Erstaunen und Hilflosigkeit oszilliert. In ihrem Film nimmt Zoyeon die Betrachter:innen mit auf eine virtuelle Reise zu einem imaginären Ziel. Im Fokus stehen ambivalente Erfahrungen von Gastfreundschaft und Unterdrückung in einem.

 

Summa summarum präsentiert gute aussichten – junge deutsche fotografie // new german photography 2021/2022 über 140 Fotografien, 4 Videos, 4 Publikationen, 2 Websites, 1 Sound-Installation und 1 Banner.

 

Die Arbeiten bieten eine inhaltliche, ästhetische und mediale Bandbreite, wie sie die jungen Fotograf*innen in Deutschland hervorbringen. Ein überraschend offenes Spektrum vielfältiger Ideen, fotografischer Strategien und formaler wie medialer Umsetzungen, die den aktuellen Status Quo der jungen Fotografie widergeben.

 

Weitere Informationen über die 8 Preisträger*innen und ihre Werke finden Sie in unserem feinen Katalog, in dem gute aussichten Special-Heft, auf der pixelneuen gute aussichten Jahrgang 2022 Website und natürlich hier unter ARBEITEN ----> Top 8.

 

Der Katalog

 

Zu gute aussichten – junge deutsche fotografie // - new german photography 2021/2022 ist der gleichnamige Katalog (Deutsch/Englisch) erschienen. Er stellt die acht Preisträger und ihre Arbeiten ausführlich in Wort und Bild vor. Der Katalog ist in allen Ausstellungshäusern oder direkt über uns,  info(at)guteaussichten.org erhältlich. Wieder einmal vorbildlich gestaltet wurde der Katalog von Pixelgarten, Framkfurt/M., Catrin Altenbrandt und Adrian Nießler - vielen Dank! Streng limitierte Auflage von 330 Exemplaren, Deutsch/Englisch, 224 Seiten, 350 Abbildungen, handliches Readerformat 17 cm x 24 cm, gebunden, broschiert, Softcover, 22,- Euro - first come - first serve!

Weitere Informationen und eine ausführliche, kostenlose Leseprobe des Kataloges gibt es hier.

 

Die Ausstellungen

 

Die Auftakt-Ausstellung von gute aussichten – junge deutsche fotografie // new german photography 2021/2022 fand am 25. März 2022 im Künstlerhaus Dortmund statt. Hier finden Sie weitere Informationen über die Ausstellung im Künstlerhaus Dortmund.

 

Aktuell ist gute aussichten 2021/2022 vom 21. Juli 2022 bis 1. November 2022 im Landesmuseum Koblenz, im Kulturzentrum Festung Ehrenbreitstein zu Gast.

 

Im Frühjahr 2023 wird gute aussichten - wie seit 18 Jahren - im Haus der Photographie (PHOXXI), in den Deichtorhallen Hamburg präsentiert.

 

Weitere Ausstellungsstationen und alle aktuellen Termine finden Sie asap auf unserer Website unter AUSSTELLUNGEN und auf dem gute aussichten Blog

 

Eine Auswahl druckfähiger Fotografien der gute aussichten 2021/2022 Arbeiten und der Jury steht Ihnen im PRESSEKIT zur Verfügung.